Handelsblatt News

Harter Einschnitt für Tuifly

Der Griff der Lufthansa nach Air Berlin belastet ab kommendem Jahr den Reisekonzern Tui. So lautet das Ergebnis wochenlanger Verhandlungen, die kurz vor dem Abschluss stehen, wie Eurowings-Chef Thorsten Dirks am Dienstag in Düsseldorf berichtete. Danach wird die Billigtochter der Lufthansa, Eurowings, sieben Maschinen des Ferienfliegers Tuifly per Chartervertrag übernehmen, Diese waren bisher langfristig an Air Berlin vermietet. Rund 350 Mitarbeiter, die Tuifly auf diesen Flugzeugen vom Typ Boeing 737 beschäftigt, sind von dem Deal betroffen. Was das Verhandlungsergebnis aus Sicht von Tui-Chef Fritz Joussen trübt: Die üppigen Charterraten, die Tuifly vor Jahren mit Air Berlin für die Flugzeug-Überlassung vereinbarte, drückte Eurowings deutlich nach unten. "Die ungünstigen Charterraten werden wir in der bisherigen Höhe nicht übernehmen", erklärte Dirks. Man habe sich stattdessen auf "marktübliche Konditionen" geeinigt. Ein Tui-Sprecher bestätigte auf Anfrage, man habe bei den Charterraten

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Genialer Schachzug

Was für ein Coup. Airbus übernimmt die Führung beim nagelneuen Mittelstreckenjet C-Serie des Rivalen Bombardier. Airbus-Chef Tom Enders mag wegen massiver Korruptionsvorwürfe gegen den Konzern unter Druck stehen. Mit dem Einstieg bei der C-Serie von Bombardier beweist er aber, dass das Management handlungsfähig ist. Airbus hat mit dem Engagement bei den Kanadiern einen so pragmatischen wie genialen Weg gewählt, einen Wettbewerber im Zaum zu halten. Bombardier war unbestreitbar unter den Herausforderern des Duopols Airbus und Boeing derjenige, der am gefährlichsten war. Die C-Serie ist bereits im Einsatz. Die ersten Kunden wie die Lufthansa-Tochter Swiss oder Air Baltic sind begeistert von der Effizienz des Jets, der noch sparsamer ist als versprochen. "Wenn du den Gegner nicht schlagen kannst, tue dich mit ihm zusammen", lautet eine Weisheit. Airbus hat sie befolgt. Der kleinste Mittelstreckenjet des Konzerns, die A319, verkauft sich nicht mehr. Die C-Serie dagegen ist deutlich moderner,

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Aufwind für Bombardier

Allzu oft hatte Alain Bellemare noch keine Gelegenheit, zu strahlen und Zufriedenheit zu demonstrieren. Doch am Montagabend sah die Welt für Bellemare, seit 13. Februar 2015 Präsident und Vorstandschef des kanadischen Luftfahrt- und Transportkonzerns Bombardier, geradezu rosig aus: Er gab mit Airbus-Chef Tom Enders die Verständigung auf eine Partnerschaft beim Bau der "C-Series"-Modelle bei Mittelstreckenflugzeugen bekannt. Als "den perfekten Partner" bezeichnete Bellemare den bisherigen europäischen Konkurrenten. Dem Bombardier-Chef verschafft dieser Schritt Luft, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. 2015 war der heute 56-Jährige mit genau diesem Auftrag vom UTC Propulsion & Aerospace System zu Bombardier gewechselt. Das 1942 von Joseph Armand Bombardier als "L'Auto-Neige Bombardier Limitée" gegründete Unternehmen, das zunächst Schneemobile gebaut hatte und seither fast immer von Mitgliedern der Familie Bombardier geleitet worden war, musste damals einen Jahresverlust in Höhe

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Schub für einen Neuling

Es ist ein Kehrtwende. Noch vor mehr als zwei Jahren hatte Tom Enders, Vorstandschef von Airbus, sein Veto gegen eine Beteiligung am nagelneuen Mittelstreckenjet von Bombardier eingelegt. Zu unklar sei der Markt, die C-Serie des kanadischen Rivalen sei technisch nicht ausgereift. Nun ist er voll des Lobes. Es sei ein "hervorragendes Flugzeug". Ausführlich habe er sich mit Kunden unterhalten, die ihm von dem "modernsten und besten Design sowie großartigen Betriebskosten" berichteten, sagte Enders in der Nacht zu Dienstag. Es waren offensichtlich Argumente, die überzeugten. Gemeinsam mit Bombardier-Chef Alain Bellemare gab Enders eine Nachricht bekannt, die in der Branche einschlug wie eine Bombe. Airbus übernimmt etwas mehr als die Hälfte der Anteile an der C-Serie. Bombardier hält künftig 31 Prozent, während der Rest in den Händen der kanadischen Provinz Québec liegt. 2023 will Airbus das gesamte Programm übernehmen. Seit August liefen die Verhandlungen über die Beteiligung. Airbus muss

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Vorstandswahl ist geplatzt

Der zweite Anlauf, neue Vorstände für die Deutsche Bahn zu finden, ist gescheitert. Am Donnerstag wollten die Aufsichtsräte eigentlich über deren Bestellung entscheiden. Doch die Sitzung ist wie schon beim ersten Anlauf Mitte Juli kurzfristig abgesagt worden. Grund: Chefaufseher Utz-Hellmuth Felcht bekommt keine Mehrheiten zusammen. Gescheitert ist er vor allem mit dem Kandidaten Jürgen Wilder. Der 47-jährige ist Chef der Konzerntochter DB Cargo. Wilder bewarb sich um den neu geschaffenen Posten des Güterverkehrs- und Logistikvorstands. Doch die Arbeitnehmer machten Front gegen Wilder, weil sie im Streit mit ihm um die Sanierung der angeschlagenen Güterbahn liegen, und fanden dabei auch Unterstützung auf der Kapitalseite des Aufsichtsrates. Der ehemalige Siemens-Manager Wilder gibt nun entnervt auf und verlässt das Unternehmen nach nicht einmal zwei Jahren. Das bestätigte die Deutsche Bahn am Dienstag. Digitalchefin Jeschke gilt nicht mehr als sicher Trotz Wilders Blockade hätten nun

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Der Countdown läuft

Bald hat das Warten für Linde-Chef Aldo Belloni und seinen Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Reitzle ein Ende. Vor gut einem Jahr wurde bekannt, dass sie Fusionsgespräche mit dem US-Konkurrenten Praxair führen. Das Milliardenprojekt kommt aber nur zustande, wenn die Linde-Aktionäre mitziehen: Sie können noch bis 24. Oktober um Mitternacht ihre Linde-Aktien in Anteilscheine der neuen Holding Linde plc tauschen. Auf der Homepage tickt seit Wochen der Countdown. Mindestens 75 Prozent müssen mitmachen - so die aktuellen Pläne. Im Fall eines Misserfolgs gibt es noch ein Hintertürchen. Am Dienstag veröffentlichte der Konzern die neueste Umtauschquote: 45,8 Prozent der Linde-Aktien wurden angedient. Vor einer Woche waren es 33,2 Prozent. Zu den erhofften 75 Prozent fehlt damit noch ein ganzes Stück. "Die Nervosität steigt", hieß es in Industriekreisen. Viele institutionelle Anleger tauschen aber oft erst bei letzter Gelegenheit. Ab sofort gibt der Konzern täglich die Tauschquote bekannt.

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Gegen Arbeitgeber

In der Praxis gibt es Konzepte zur Vereinbarung des vorzeitigen Ausscheidens von Führungskräften. So hat ein Konzern am 1. Januar 2003 das "Konzept 60+" (inzwischen "Konzept 62+") für Führungskräfte der ersten drei Ebenen unterhalb des Vorstands eingeführt. Den Führungskräften wurde unter Einräumung einer langen Bedenkzeit und Gewährung eines großzügigen finanziellen Ausgleichs angeboten, mit Vollendung des 60. Lebensjahres auszuscheiden. Mehr als die Hälfte der Führungskräfte hat das Angebot nicht angenommen. Das wurde respektiert. Es bestand also keinerlei Druck seitens des Konzerns. Zu den ca. 1 400 Führungskräften, die das Angebot angenommen haben, gehörte zunächst auch eine spätere Klägerin. Im Dezember 2005 akzeptierte sie schriftlich das Angebot, mit Vollendung ihres 60. Lebensjahres zum 30. September 2013 auszuscheiden. Mit ihrer am 9. Oktober 2013 eingereichten Klage vertrat sie dann erstmals überraschend die Auffassung, die in der Änderungsvereinbarung enthaltene Befristung zum

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Wer erbt, der hat

In Deutschland werden jedes Jahr schätzungsweise 200 bis 400 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt. Da es für enge Verwandte teils hohe Freibeträge gibt, bekommt der Staat davon nur wenig. Auch für Firmenerben gibt es großzügige Regelungen. Viele Familienunternehmer haben die Übergabe an die nächste Generation schon vollzogen.

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