Handelsblatt News

Die Zukunft des Rankings

An der Schulich School of Business herrschte 2015 so richtig dicke Luft. Die kanadische Hochschule mit Sitz in Toronto war gerade überraschend aus dem Ranking der besten 100 Business-Schools der "Financial Times" geflogen - und Rektor Dezsö J. Horváth wollte die Degradierung nicht einfach auf sich beruhen lassen. Er vermutete System dahinter: "Alle kanadischen Business-Schools, die vorher in den Top 50 waren, sind in diesem Jahr abgerutscht", schrieb er in einem offenen Brief an die Verantwortlichen des Rankings, das als das wichtigste der Branche gilt. In einem verbalen Rundumschlag kritisierte er dann die Business-School-Ranglisten insgesamt - und die Kriterien, nach denen sie erstellt werden. Rankings sind so etwas wie der Goldstandard für die Wirtschaftshochschulen. Eine gute Platzierung in den Ranglisten, insbesondere bei renommierten Medienmarken wie "FT", "Bloomberg Businessweek" oder "Economist", bringt nicht nur Prestige, sie lockt auch zahlungskräftige Kunden an, die für einen

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Ab sofort haben Steuerzahler mehr Zeit

Der 31. Mai war in Deutschland viele Jahre lang mit einer lästigen Pflicht verbunden: der Abgabe der Einkommensteuererklärung. Ab sofort dürfen sich Bürger dafür zwei Monate länger Zeit lassen. Die Formulare für das Steuerjahr 2018 müssen sie erst bis zum 31. Juli 2019 beim Finanzamt einreichen. Wer sich von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein unterstützten lässt, bekommt noch mehr Zeit: Für 2018 endet die Frist am 2. März 2020 - eigentlich wäre es der letzte Tag im Februar, doch der fällt 2020 auf ein Wochenende. Längst nicht alle Bürger sind überhaupt zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Wer ledig ist, nur von einem Arbeitgeber Lohn bezieht und keine weiteren Einkünfte von mehr als 410 Euro hat - etwa aus einer Nebentätigkeit, einer Vermietung oder in Form von Lohnersatzleistungen wie Elterngeld - , muss sich gegenüber dem Finanzamt nicht erklären. Meist lohnt sich der Papierkram trotzdem. Und keine Sorge: Wer freiwillig abgibt und nachzahlen soll, kann seine Steuererklärung

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"Niemand weiß, welche Risiken in der Deutschen Bank schlummern"

Die Wirtschaftsweise Isabel Schnabel hat schon bei der Bekanntgabe der Gespräche zwischen Deutscher Bank und Commerzbank die Idee eines nationalen Bankenchampions skeptisch beurteilt und sieht sich nun bestätigt. Frau Schnabel, Sie waren skeptisch gegenüber einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank. Wieso? Es war von Anfang an unklar, ob sich die geplanten Kostenersparnisse und Synergien wirklich hätten realisieren lassen. Der Widerstand der Gewerkschaften gegen Entlassungen war erheblich. Es ist auch nicht ersichtlich, weshalb gerade diese beiden Geschäftsmodelle zusammenpassen sollten. Und vor allem: Die Risiken für die Finanzmarktstabilität hätten sich durch die Schaffung eines nationalen Bankenchampions erhöht. Was ist falsch an der Idee eines nationalen Bankenchampions? Eine solche Bank wäre so groß, dass man sie in einer Krise nicht fallen lassen könnte. Das könnte für den Steuerzahler sehr teuer werden. Der IWF hat vor einiger Zeit die Deutsche Bank als die systemrelevanteste

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Schwieriger Spagat

Zwischen Zukunft und Vergangenheit liegen bei Wirecard weiterhin nur wenige Sätze. Um drei Wochen musste der Zahlungsdienstleister die Vorstellung seiner Bilanz verschieben, ehe es am Donnerstag endlich so weit war. Vorwürfe um Betrug, Kontomanipulation und Geldwäsche in der Filiale in Singapur hatten den Aufschub nötig gemacht. Reumütig und lernfähig zugleich präsentierten sich nun Vorstandschef Markus Braun und sein Finanzchef Alexander von Knoop. Von ergriffenen Maßnahmen, verbesserten Prozessen und gezogenen Lehren war in der anderthalbstündigen Veranstaltung mehr als einmal die Rede. So will man gewährleisten, dass sich Vorfälle wie vor einem Jahr in Fernost nicht mehr ereignen. Dem gegenüber steht die Zukunft. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der japanische Tech-Gigant Softbank über den Umweg einer Wandelanleihe bei Wirecard 900 Millionen Euro investieren will. Für den Dax-Neuling Wirecard gleicht dies einem Ritterschlag. Zeigt der geplante Einstieg der Japaner doch einerseits

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Mission erfüllt

Der Job ist erledigt, jetzt geht Ross McEwan. Am Donnerstag kündigte der Chef der Royal Bank of Scotland (RBS) seinen Rücktritt an. Die Restrukturierung sei abgeschlossen, erklärte der 61-Jährige. Er bleibe nur noch so lange, bis ein Nachfolger gefunden ist. In seinen fünfeinhalb Jahren an der Spitze hat der Neuseeländer die einstige Pleitebank wieder in die Gewinnzone geführt. In der Finanzkrise hatte die RBS den größten Verlust der britischen Geschichte eingefahren und musste vom Staat mit 45 Milliarden Pfund gerettet werden. Es dauerte zehn Jahre, bis McEwan für 2017 erstmals wieder einen Gewinn verkünden konnte. 2018 verdoppelte er ihn dann noch. Der Verwaltungsratschef der Bank, Howard Davies, sprach vom "größten Turnaround der Geschichte". Der britische Staat hält weiterhin 62 Prozent der RBS-Aktien, will diese aber bis 2024 schrittweise verkaufen. Vor der Finanzkrise war die RBS kurzzeitig das größte Geldinstitut der Welt. Doch seitdem ist sie radikal geschrumpft und versteht

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"Wir müssen immer schneller laufen"

Roland Busch ist einer der digitalsten Siemens-Vorstände. Der Manager versucht, das papierlose Büro zu leben. Auch im Gespräch mit dem Handelsblatt hat er nur ein Tablet vor sich, auf dem er mit einem Datenstift immer wieder kleine Grafiken malt, um seine Thesen zu erklären. Als Technologie-Vorstand ist Busch bei Siemens für die Digitalisierungsthemen verantwortlich. Er gilt daher als einer der internen Favoriten für die mögliche Nachfolge von Vorstandschef Joe Kaeser, dessen Vertrag noch knapp zwei Jahre läuft. Herr Busch, bei der Vernetzung der Industrie haben die Deutschen eine wichtige Rolle gespielt. Doch jetzt geht es darum, mit Hilfe der gewonnenen Daten mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Können das US-IT-Konzerne nicht besser? Man braucht tiefes Branchenwissen, um diese neuen Geschäftsmodelle zu entwickeln. Da ist Deutschland mit seinem starken Fertigungsschwerpunkt und 28 Prozent industrieller Wertschöpfung sehr gut aufgestellt. Aber

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Die wichtigsten Fragen zum Thema

1. Warum ist die Fusion gescheitert? Am Ende kamen Deutsche Bank und Commerzbank zu dem Schluss, dass die möglichen Vorteile einer Fusion die Risiken nicht haben aufwiegen können. Zwar lassen sich durch eine Fusion Kosten sparen, doch zunächst kostet der Stellenabbau Geld, ebenso wie die Integration mehrerer IT-Systeme. Auch die mögliche Abwanderung von manchen Kunden zu anderen Banken galt als große Gefahr. Die dadurch wegbrechenden Erträge hätte die Bank mühsam wieder hereinholen müssen. So ein Risiko muss sich lohnen - und zwar nicht nur in Schönwetterszenarien. 2. Können die Banken nun zur Tagesordnung übergehen? Nein. Auch wenn kein akuter Handlungsbedarf existiert, gehen die Umbauarbeiten in beiden Häusern weiter. Daraus haben die Vorstandschefs der beiden Institute auch nie einen Hehl gemacht. "Die Deutsche Bank wird weiterhin alle Alternativen prüfen, um langfristig die Profitabilität und die Renditen für ihre Aktionäre zu steigern", sagt Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing

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Besinnung auf alte Stärken

Am Donnerstag zeigte die UBS, was es bedeutet, wenn sie einen schlechten Lauf hat: Die größte Bank der Schweiz verdiente im ersten Quartal angesichts wirtschaftlicher Turbulenzen nur rund eine Milliarde Euro - und damit fünfmal so viel wie die Deutsche Bank. Während Deutschlands größtes Geldhaus seit Jahren auf der Suche nach einer funktionierenden Strategie ist, setzt ihr Schweizer Pendant unter Führung von Verwaltungsratschef Axel Weber und CEO Sergio Ermotti auf die Vermögensverwaltung für wohlhabende Kunden. Der Fokus auf alte Stärken beschert der Bank seit Jahren verlässlich Gewinne. Das bedeutet nicht, dass in der Zentrale an der Züricher Bahnhofstraße alles gülden ist, was glänzt. Aber von einer Eigenkapitalrendite von immerhin 8,6 Prozent, wie sie die UBS im vergangenen Jahr erzielte, kann Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing nur träumen. Dabei waren die Vorzeichen für die größte Bank der Schweiz nach der Finanzkrise denkbar schlecht. Während sich der damalige Deutsche-Bank-Chef

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